Herbstliche Limericks

Es fand eine Dame in Aurich
den Herbst deprimierend und schaurig.
Mir sagte die Arme:
„Ich reise ins Warme,
denn hier in Ostfriesland versau’r ich.“

Ein Gastwirt räumt heute in Grasse
den Sommer von der Terrasse,
denn auch so weit südlich
wird’s im Herbst ungemütlich,
sehr zugig und manchmal auch nasse.

Es fegte ein Gärtner in Staufen
sein Laub akkurat zu Haufen.
Da kam steif eine Brise,
blies das Zeug auf die Wiese.
Er fand das zum Haare raufen.

Die Hühner von Rom

KapitolDer heutige Beitrag, mein lieber Leser, widmet sich der Rolle der Hühner in der Weltgeschichte. Es ist ist eine allgemein bekannte und in der Fachwelt längst bewiesene Tatsache, dass bei bedeutenden historischen Ereignissen dieser Welt immer wieder Hühner eine entscheidende Rolle gespielt haben. Doch leider darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass die Rolle des Huhns in der Historie oftmals eine Geschichte des Scheiterns war.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür geben uns die heiligen Hühner des Junotempels auf dem Kapitol. Livius berichtet uns in seiner umfangreichen Stadtgeschichte, dass auf dem römischen Tempelberg eine Schar Hühner gehalten wurde, welche die Bevölkerung Roms vor feindlichen Angriffen und der Erstürmung der Stadt warnen sollte. Unglücklicherweise ging unter den römischen Bürgern die Rede, dass mittels einer großzügigen Futterspende an die gesegneten Hühner Juno milde gestimmt würde und dies durch materiellem Reichtum sowie Kindersegen vergelte.

Als nun eines Tages die Gallier Rom angriffen, geschah es, dass die satten und wohl gemästeten Wachhühner die gegnerische Attacke schlicht und einfach verschliefen. Lediglich ein paar Gänse, die gelangweilt an den morastigen Gestaden des Tibers nach Wasserlinsen fischten, bemerkten den frühmorgendlichen Vorstoß der keltischen Barbaren und schlugen sogleich Alarm. Das Resultat ist hinlänglich bekannt. Nachdem der Angriff mit Müh‘ und Not abgewehrt war, wurden die Hühner des Kapitols schneller geschlachtet und aufgegessen, als sie „Gack“ sagen konnten und durch die wackeren Gänse vom Tiber ersetzt. Gleichzeitig wurde an allen vier Ecken des kapitolinischen Hügels Schilder mit der warnenden Aufschrift „PROHIBETVR PASCENTIVM“ aufgestellt, was nichts anderes bedeutet, als „Füttern verboten“.

Quatschgedicht

Fluffelheit, der Gunk verblüstert,
knurfte hufrig an der Plotz.
Hat die halbe Knaup ersprüstert,
hierfte quer mit Spritz und Sprotz.

Nahm darauf mit hügem Hotzeln
direktemang den Schlapf nach Hump,
um sich grüsdich zu verbotzeln,
mitten zwischen Lerz und Strump.

Da stand er nun und erfte gunkig:
„Ach, ich sprinze ohne Pralz.
Fühle mich gar flein und strunkig
hab‘ ein Dinkeln hier am Galz.“

Er gigelte und gagelte.
Dann gugelte er schnell am Flein.
Aus seinem Hampen ragelte
rot und blau ein gürnes Trein.

Es kam auch noch ein Knus zum Knusel,
knuste knusig rinks und lechts
und perdeutzte mit Gesusel
alles ärschlings des Geflechts.

So lurkste er, der hone Knorfel,
verbipselt aus dem schnaffen Mapf
und ging am End‘ mit blösem Worfel
ausgespurgelt in die Klapf.

Kugel im Kopf

Kugel im Kopf
Rast rotiert
Aus Bla den Sinn
Kreiselt fräst
Hascherei vom
Effekt wild spant
Kern Gebein
aus Zuckerguss
Sprachüberbau
Knall zu Rotz
Flippert mahlt
Special und Bonus
Tilt und Klarheit
Was unnötig
Schnell ins Taschentuch
Des Vergessens
Geschneuzt

Das Triangelorchester – Am 21.08.2015 um 21:00 Uhr im Soulgarden Ulm

TRIANGULATION 2aDas Triangelorchester – Die Legende kehrt nach 25 Jahren zurück!

21. August 2015, 21 Uhr, SOULGARDEN Ulm (Frauenstraße 134)

Mit 5 Triangeln und einem stummen Metronom (Tobias Meinhold) will das Orchester an alte Erfolge anknüpfen.

Wenn Paolo Percoco den intergalaktischen Ton angibt, prügelt es indes Schlag für Schlag auf den Zeitgeist ein. Corina Wagner bringt Schrilles, Aufrüttelndes, während Martin Gehring ganz disharmonisch zur Landung ansetzt. Was Marco Kerler dabei tut, ist allen egal und Truffaldino von Puccioni (Florian L. Arnold) treibt das dann noch ad absurdum. Ein kulturelles Ereignis, das sie erlebt haben müssen!

Achtung: Kann Spuren von Literatur enthalten!

Stühle

Auf dem Tisch
Decke Vase
Blume oder zwei
An jeder Seite
Ein Stuhl
Polster Lehne
Gebein
Drei gerade
Einer schräg
Der ist verrückt

Marco Kerlers Gedanken zu ‚El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica’…

el-pollo-cover-webGestern, mein lieber Leser, kam ich in den Genuss einer außergewöhnlichen und nicht alltäglichen Buchbesprechung, oder sollte ich besser sagen (?), Interpretation meines Westernromans El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica.  Der Ulmer Ausnahmelyriker (und das sage ich wirklich nicht nur so) Marco Kerler veröffentlichte auf seinem sehr lesenswerten Blog „Schreibgekritzel“ den folgenden bemerkenswerten Eintrag:

El Pollo

(für Martin Gehring)

Kamerafahrt
vom Kirchturm aus
sieht man nach unten
Menschen klein
fast Küken gleich
und reiten sie
auf Klappergäulen
die alten Hasen

In dieser Stadt
brennt Chili schon
die Männer gackern
wild vor Angst
und Esmeralda
Maus die tanzt
faustdick und fern noch
vom Klischee

In der Prärie
da fährt ein Wagen
mit Sprit an Board
und noch viel mehr
sitzt auf
ein Mann der Wissenschaft
er wisse wo
der Pollo wohnt

Und Sancho reist
der Sage nach
denn dieser Padre
hats befohlen
im Herzen stark
so ist er halt
als würde drin
El Pollo wohnen

Am Horizont
die Kamera stoppt
sieht man ein Huhn
es zieht den Hut
der Gehring selbst
der mags wohl sein
lacht sich ins Fäustchen
kann er gut

Bahnhof, morgens

Bahnsteigkante
Bitte zurückbleiben
Kaugummiverklebt
Rollkoffer morsen
Tack Tackatack
Über Klinkerstein
Holprige Botschaften
Die politisch korrekt
Ausgeblendeten Zentren
Des Universums
Am toten Ende hinten
Und noch weiter hinten
Undeutlich Sternhaufen
Oder nur Menschen
Umkreisen spiralneblig
Den Raucherpunkt
Waggons erster Klasse
Bremsen sich kreischend
In die Bereiche C und D
Darüber strahlt neonfahl
Bahnsteig für Bahnsteig
Analog die große Uhr
Und frühstückt Zeit

Sommer

Vollbärtige Hipsterfresse
Grinst Altersvorsorge
Aus der Plakatwand
Springen von Schatten
durch Schatten in Schatten
Züge auf dem Schachbrett
Das Flimmern der Luft
Ist ein schlechter Vergleich
Träge an der Ecke lehnen
Auf rein gar nichts warten
Oder bis die Sonne dann
Doch ein Stück weiter rückt
Sonst kaum noch Bewegung
Ein überreifer Pfirsich
Finger klebrig vom Saft
Süß und die Wärme rundum
Das ist wie du weißt schon