Die Hühner von Rom

KapitolDer heutige Beitrag, mein lieber Leser, widmet sich der Rolle der Hühner in der Weltgeschichte. Es ist ist eine allgemein bekannte und in der Fachwelt längst bewiesene Tatsache, dass bei bedeutenden historischen Ereignissen dieser Welt immer wieder Hühner eine entscheidende Rolle gespielt haben. Doch leider darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass die Rolle des Huhns in der Historie oftmals eine Geschichte des Scheiterns war.

Ein hervorragendes Beispiel hierfür geben uns die heiligen Hühner des Junotempels auf dem Kapitol. Livius berichtet uns in seiner umfangreichen Stadtgeschichte, dass auf dem römischen Tempelberg eine Schar Hühner gehalten wurde, welche die Bevölkerung Roms vor feindlichen Angriffen und der Erstürmung der Stadt warnen sollte. Unglücklicherweise ging unter den römischen Bürgern die Rede, dass mittels einer großzügigen Futterspende an die gesegneten Hühner Juno milde gestimmt würde und dies durch materiellem Reichtum sowie Kindersegen vergelte.

Als nun eines Tages die Gallier Rom angriffen, geschah es, dass die satten und wohl gemästeten Wachhühner die gegnerische Attacke schlicht und einfach verschliefen. Lediglich ein paar Gänse, die gelangweilt an den morastigen Gestaden des Tibers nach Wasserlinsen fischten, bemerkten den frühmorgendlichen Vorstoß der keltischen Barbaren und schlugen sogleich Alarm. Das Resultat ist hinlänglich bekannt. Nachdem der Angriff mit Müh‘ und Not abgewehrt war, wurden die Hühner des Kapitols schneller geschlachtet und aufgegessen, als sie „Gack“ sagen konnten und durch die wackeren Gänse vom Tiber ersetzt. Gleichzeitig wurde an allen vier Ecken des kapitolinischen Hügels Schilder mit der warnenden Aufschrift „PROHIBETVR PASCENTIVM“ aufgestellt, was nichts anderes bedeutet, als „Füttern verboten“.

Mensch und Huhn

Mensch-und-HuhnLieber Leser, es ist eine weithin bekannte und kaum zu verleugnende Tatsache, dass sich Hundeliebhaber und ihre Fußhupen nervtötenden Kläffer vierbeinigen Freunde nicht selten im Laufe ihrer gemeinsamen Zeit in äußerer Gestalt und mitunter auch im Verhalten immer mehr angleichen.

Wesentlich seltener ist dieses kaum erforschte und noch wissenschaftlich zu untersuchende Phänomen auch im Verhältnis zu anderen Tierarten zu beobachten. Dabei kann es im Zuge der gleichberechtigten Interaktion zwischen Mensch und Tier von großem und beidseitigem Nutzen sein.

In unserem Fall kann zum Beispiel ein, über den Kopf gestülpter Haushaltshandschuh das Zusammenleben und die Kommunikation auf dem Hühnerhof unendlich erleichtern, denn es bringt einerseits den Menschen seinen gackernden Nützlingen deutlich näher und andererseits fällt es den, von Natur aus misstrauischen Hühnern leichter, den Menschen als einen der Ihren zu akzeptieren und zu schätzen.